konzilkonferenz

«EuroNorm’14»

kg-see-euronorm-4c-schraeg«kg see» begleitet das Konziljubiläum

EuroNorm‘14 – Ein Projekt der Künstlergruppe Bodensee

Das Konstanzer Konzil … auf Europaletten? Auf den ersten Blick mag dies ohne Zusammenhang erscheinen. Für die 10 Mitglieder der Künstlergruppe Bodensee – kurz «kg see» – ist der Bogen vom Konzil zur Europalette ein geradezu logischer Ansatz zur Darstellung der Zusammenführung Europas. Das Konstanzer Konzil hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jenes Netz zu flicken, welches Europa damals zusammen halten konnte: die Kirche, die durch das abendländische Schisma mit seinen drei gleichzeitig amtierenden Päpsten einer Zerreißprobe ausgesetzt war. Der grenzüberschreitende christliche Glaube hatte die Chance, über die Interessen einzelner Gruppen hinweg Europa wieder zu verbinden – diese Chance galt es im Konzil zu nutzen.
Seinen Teilnehmern stellte sich die Aufgabe „katholikós“, also „das Ganze betreffend“, zu denken – heute würde man sagen: europäisch. Doch was waren die Nervenstränge des „alten Europas“? Ohne die Handelswege wäre eine Vernetzung schwer möglich gewesen. Auf ihnen wurden nicht nur Waren transportiert, sondern auch Personen und Informationen, schriftlich wie mündlich. Und heute? Das Handelsnetz ist engmaschiger geworden, Grenzen wurden abgebaut, Trends verbreiten sich in kürzester Zeit. Mittlerweile wird nicht nur europäisch, sondern global gedacht – also tatsächlich „das Ganze betreffend“. Möglich wurde dies auch durch eine Vereinheitlichung im Transportwesen, die mit allgemein gültigen Maßen und Gewichtsklassen europaweit eingeführt wurde: die tauschbare Europool-Palette, kurz „Europalette“, startete ihren Siegeszug am 1. Juli 1961. Diese neue Basis im Transportsystem brachte eine enorme Vereinfachung und Beschleunigung mit sich, der moderne Handel mit seinen gewaltigen Mengen an umgeschlagenen Gütern wurde enorm erleichtert. Heute sind schätzungsweise 400 Millionen Europaletten im Umlauf, soviel, wie zu Zeiten des Konzils vermutlich Menschen auf der Erde lebten. Den Künstlern der «kg see» dient die Europalette im wörtlichen wie auch im bildlichen Sinne als Basis für den Transport von Kunst und Informationen. Als Trägerin von Objekten mit ihren Geschichten zu den Ereignissen des Konzils, aber auch als Objekt der Darstellung selbst. So wird der Bogen von der Zeit des Konzils 1414-1418 in das Heute und Jetzt geschlagen.

Text: Carola Weber-Schlak

Gefördert im Kunstfonds Konzil mit freundlicher Unterstützung
des Kulturbüros Konstanz.

www.konstanzer-konzil.de

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