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Konzepte

Alexander Weinmann
„Sigis Thron“ Eine goldbesprühte Sitzgelegenheit aus 2 Europaletten, stabil und feststehend. Eine eiserne Krone zeigt an, dass es sich um einen königlichen Stuhl handelt.

Uwe Petrowitz
„Glaubensbrücke“ – Ein Objekt aus 19 Europaletten.

Günther Widenhorn
„Konzil-Box“
Transportwege von Personen, geistigen und Versorgungsgütern zum kardinalroten Konzil in Konstanz.

Carola Weber-Schlak
“Der heilige Stuhl?”
Die Arbeit bezieht sich auf den „Thron“ des Gegenpapstes Johannes XXIII, der in zu beginn des Konstanzer Konzils ins Wanken geraten ist. In die Konzilstadt gekommen, um sein Papsttum zu erhalten und bestätigt zu bekommen, brach ihm hier die Unterstützung und sein Stuhl geriet in Schräglage. Wie wird er reagieren, richtet er sich auf oder fällt er komplett um? Die am Stuhl angebrachten Scherben der Pracht erinnern an einen Unfall. Der Geschichte nach ist auf dem Weg zum Konstanzer Konzil der päpstliche Reisewagen umgekippt, für Johannes XXIII ein schlechtes Omen. Die Europalette ist als Sänfte gestaltet: Johannes wird sowohl hochgehoben, aber auch abgesetzt. Heute tragen Paletten Handelsware, Handel schafft Zusammenhalt, Wohlstand und auch Macht. Sie tragen das Gewicht, solange sie intakt sind und gepflegt werden …

Erika Lohner
Ein buntes Gemisch von Menschen, unter ihnen Gaukler und Dirnen, bevölkerten die Stadt, trieben sich durch die Gassen, drängten durch das Stadttor und mischten sich unter die Soldaten und eingeladenen geistlichen Führer und Persönlichkeiten.

Cirsten Widenhorn
„Macht und Ohnmacht“
Intakt, zu Fuß, auf Schusters Rappen, reisen die verschiedenen Volksgruppen und Berufsgruppen nach Konstanz, der Metropole des Geschehens dieser Zeit. Sie erhoffen sich Geschäfte, Informationen, Verknüpfung von Kontakten. Vielleicht streben sie nach der Erweiterung ihres Horizonts, nach Einflussnahme, nach Berühmtheit oder der Berührung der Berühmtheiten. Sie haben vieles hinter sich gelassen, um nach Konstanz zu reisen. Einige gewinnen. Viele mögen gescheitert sein an ihren Hoffnungen, wenn sie materieller Natur waren, an ihren Idealen, falls sie eine Vision hatten. Man denke an Jan Hus – ein Versprechen kann wenig Gewicht haben. Macht und Einfluss können leicht zerbrechen, in völliger Zerstörung enden. Die Sicherheit ist fragil.

Marianne Riexinger
„Was änderte sich in 600 Jahren?“
Ein Werk unter Adaption der Fresken in der Dreifaltigkeitskirche Konstanz, welche unter der Herrschaft König Sigismunds 1414-1418 ausgemalt wurde. Damals wurde Geschichte in bildlicher Form übermittelt. Heute, nach 600 Jahren, möchte ich den Weg vom gemalten Bild zur digitalen Information aufzeigen. Macht, Stadt, Klerus, Volk kann sich hörend, sehend, staunend jeder für sich selbst auf die Suche nach digitalen Informationen begeben.

Markus Meyer
Die Europalette wird weltweit als Plattform für Handelsware eingesetzt und verwendet. Sie steht als Verbindungsglied zwischen Lagerplatzverwaltung und Transportfläche im Güterverkehr.
Bei meiner Skulptur wird sie als Kunsttransportfläche genutzt. Sie ist Plattform von Aussage und Diskussion, Gesprächsebene, Fläche für im Gespräch stehende Volksgruppen und Stände, Strukturen der Zeit. Dies wird von mir abstrahiert auf der vorgegeben Fläche dargestellt und künstlerisch aufgearbeitet
Als Material und Rohstoff werden von mir Stahlprofile und Bleche mit teilweise starken Lager- und Oxidationsspuren bzw. Alterungsspuren eingesetzt.

Wolfgang Schmidberger
“Euro-Palast” Trennung – Vereinigung
Die Einigung der abendländischen Kirche auf einen anerkannten Papst steht symbolhaft für die Einigungsbewegungen der Neuzeit – die Wiedervereinigung Deutschlands und die Bildung eines einheitlichen Europas. Der Euro–Palast, gebildet und getragen von Bewegungen und Strömungen eines freiheitlichen und globalen Zeitgeistes (hier durch 2 liegende Paletten). Ein sich (wieder)-vereinigendes Deutschland unter der Mitwirkung Europas (Verbindungen in blau-gelb) auf der einen Seite und ein sich vereinigendes Europa unter Mitwirkung Deutschlands (Verbindungen in Schwarz-Rot-Gold) auf der anderen Seite. Das Paletten-Dach (hier durch 2 schräg stehende Paletten) als Träger eines bildhaften Ausdrucks von Trennung und (Ver)-Einigung der katholischen Kirche und Beendigung des abendländischen Schismas. Steht heute symbolhaft für die Verbindung von Deutschland mit Europa. Das Dach des Palastes trägt den von König Sigismund der Stadt Konstanz verliehenen Zagel, ein Blutband, das die Blutgerichtsbarkeit der ehemaligen freien Reichsstadt symbolisiert und welches sich bis heute durch die Einigungs- und Freiheitsbewegungen Europas zieht.

Christine Kostelezky
TraDING
Die Installation von Christine Kostelezky setzt sich thematisch mit der Versorgung des Konzils auseinander. Gerade die logistische Versorgung der Großveranstaltung des Konzils war in der damaligen Zeit eine außerordentliche Herausforderung.
Aus allen Herren Länder kamen viele Menschen für lange Zeit in die Stadt am Bodensee. Die geographische Lage war günstig: Der See und das Hinterland boten beste Voraussetzungen.
Die Installation soll die Handelsbeziehungen zwischen Konstanz und Ravensburg, den Handelsfamilien Humpis, Möttelin und Muntprat, teils unter dem Dach der Ravensburg Handelsgesellschaft, beleuchten, die in dieser Zeit rege genutzt wurden.
Die sehr alten, feinen, irdenen und archaischen Gefäße verschiedener Provenienz (aus Ravensburg, Konstanz und aus dem Bodensee) wurden mit feinen speziell zugerissenen Papierfragmenten ausschließlich einer überregionalen Tageszeitung belegt. Neuigkeiten und Informationen, die von einer Tageszeitung vermeldet werden und die Gefäße, Schüsseln, Flaschen und Krüge für das Versorgen und Verpflegen von Menschen. Beides war für den Verlauf des Konstanzer Konzils vor 600 Jahren Voraussetzung.
Fast reduziert und in Beton gegossen wirkt die Installation auf der weiß gestrichenen Europalette, beladen mit alten Obstkisten aus dem Bodenseekreis, die wiederum gefüllt mit den grauen Gefäßen sind. Die Gefäße und Kisten sind abschließend zur Sicherung mit Stretchfolie umwickelt. Mit dem Überbau und der Folie werden die alten Planwagen zitiert, die in Zeiten des Konzils zum Transport verwendet wurden.